Worum es wirklich geht

Das, was uns von den meisten anderen Lebewesen auf diesem Planeten unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir in der Lage sind mit unserem Verstand über unser eigenes „Ich“ nachzudenken, zu reflektieren. Deshalb versuchen wir Situationen, an denen wir in der Vergangenheit Gefallen gefunden haben, absichtlich wieder herzustellen und Situationen, die uns in der Vergangenheit nicht gefallen haben, zu vermeiden. Wir haben also die Wahl, wir haben einen freien Willen.

Und dennoch fühlen sich die meisten Menschen innerlich nicht wider wegrklich erfüllt. Irgendetwas scheint immer noch zu fehlen, etwas das sie dauerhaft glücklich macht, etwas das Bestand hat. Und so suchen sie weiter unermüdlich nach etwas von dem sie sich die absolute Erfüllung erhoffen.

Die Tragik besteht nur darin, dass wir uns erhoffen etwas Dauerhaftes in einer Welt ständiger Wandlung zu finden. Kein Gedanke, kein Gefühl, kein Job, kein Geldsystem oder irgendetwas anderes, das eine Form hat, ist von Dauer. Alles wandelt sich. In der Welt der Formen gibt es nichts dauerhaftes, außer der Wandlung selbst.

Deshalb empfinden wir den Verlauf unseres Lebens wie ein permanentes "Auf" und "Ab". Freude und Leid geben sich abwechselnd die Hand und so jagen wir immer neuen Zielen hinterher, immer in der Hoffnung das anhaltende Glück doch noch zu finden (solange wir Hoffnung haben, dass wir durch das „Wenn-Dann-Spiel“ unser Lebensglück finden können, finden wir auch die Motivation tagtäglich ins Hamsterrad zu steigen: "wenn ich dies oder das erreiche, dann werde ich glücklich …").

Wenn wir im Laufe des Lebens aber erkennen, dass wir eigentlich immer nur "leeren Schatten" hinterhergejagt sind, stellen wir uns dann möglicherweise die Frage:

"Gibt es dauerhaftes Glück überhaupt? Und wenn ja, wie kann ich es finden?"

Da die meisten Menschen aber ihre Wahrnehmung komplett auf die Eindrücke, die sie mit den Sinnen in der Außenwelt erfassen und anschließend gedanklich verarbeiten, gerichtet haben und ausschließlich dort ihr Heil suchen, sind sie sich ihres innersten Selbst, das sich jenseits des Verstandes befindet, nicht mehr bewusst.

selbsterforschungWie die Physik beweist, besteht die Schöpfung und dadurch jede einzelne Form, aus unzähligen Schichten von Energie. Aus kleinsten Teilchen entstehen Neutronen und Protonen. Diese bauen den Atomkern auf, der wiederum Baustein des Atoms ist. Aus Atomen entstehen Moleküle, aus denen alle Formen der sichtbaren Welt gebildet werden. Unter der feinsten Energieschicht befindet sich aber das alldurchdringende Feld reiner Existenz – das sogenannte Quantenfeld  - das die Grundlage des gesamten Universums ist. Diese reine, schwingungslose Energie, ist ewiges, non-duales Bewusstsein (auch Überbewusstsein genannt). Sie ist Quelle und Zentrum aller Lebensformen und dadurch unser innerstes Selbst, das seiner Natur nach transpersonal ist. Sie ist die universelle Intelligenz, der kosmische GEIST aus dem heraus alles was war, ist, und jemals sein wird, entsteht und der Raum, der alles was ist beinhaltet. Hier sind alle Lebewesen miteinander verbunden.

Unser innerstes Selbst, das häufig auch höheres Selbst genannt wird, ist es, das aus einer lebendigen Stille heraus das gesamte Universum lenkt. Im Grunde genommen können wir uns die universelle Intelligenz als eine „Schwarmintelligenz“ vorstellen, die alle Einzelteile im Universum miteinander koordiniert.

Sobald eine neue Form entsteht, durchdringt das formlose, non-duale Bewusstsein jede einzelne Energieschicht, aus der die individuelle Form besteht, fließt schließlich durch die Sinne nach außen und nimmt dadurch die Umwelt der individuellen Form aus dessen Perspektive wahr. Durch die veränderte Perspektive entsteht dann ein "Ich" von dem aus ein "Du" wahrgenommen wird. Eine große Vielfalt unterschiedlichster Formen, die getrennt voneinander zu sein scheinen, dringt ins Bewusstsein.

Aufgrund der ungewohnten Perspektive und angezogen von den vielen Sinnesreizen, verliert sich das Bewusstsein vollständig im Außen, identifiziert sich schließlich mit der individuellen Form und vergisst dadurch die Verbindung zum Überbewusstsein. Das Bewusstsein, das die individuelle Form durchdringt, vergisst quasi seinen Ursprung und wandelt sich dadurch von einem non-dualen, ungeteilten Bewusstsein zu einem „Ich-Bewusstsein“.

Das Zentrum der Wahrnehmung verlagert sich somit von der Quelle, in der alles mit allem verbunden ist (und aus der heraus man sich geborgen fühlt, ganz fühlt), in die individuelle Form hinein, aus der heraus sich das Ich-Bewusstsein von seiner Umwelt als getrennt empfindet. Aus einem ursprünglich verbundenen „Ich“ entsteht dadurch ein „Ego-Ich“. Statt Geborgenheit, Ganzheit und Fülle erfährt das nun von seiner Quelle abgekapselte Formbewusstsein nur noch eine innere Leere, Existenzangst und Mangel.

Und weil es diesen Zustand als unerträglich empfindet, entsteht in ihm automatisch das zwanghafte Bedürfnis danach das, wozu es im eigenen Inneren keinen Zugang mehr hat, im Außen zu suchen.

Weil es im eigenen Inneren keine bedingungslose Liebe mehr wahrnehmen kann, entsteht in ihm das zwanghafte Bedürfnis in der Außenwelt geliebt werden zu wollen (bzw. Anerkennung zu bekommen), die fehlende Wahrnehmung von Geborgenheit im eigenen Inneren, lässt in ihm das zwanghafte Bedürfnis nach äußerer Sicherheit entstehen und da es keine innere Fülle mehr wahrnehmen kann, entsteht in ihm das zwanghafte Bedürfnis alles zu kontrollieren was es sich in der Außenwelt aufgebaut hat.

nicht-von-dieser-welt-680x380Um seine zwanghaften Bedürfnisse zu befriedigen, entwickelt das "Ego-Ich" bestimmte Überzeugungen und Strategien, durch die es seine innere Leere füllt und die empfundene Existenzangst sowie den Mangel künstlich ausgleicht (beispielsweise entwickeln wir folgende Überzeugungen: „wenn ich immer hilfsbereit bin, dann werde ich geliebt“ oder „wenn ich in der Arbeit immer tue was mein Chef von mir erwartet, dann ist mein Arbeitsplatz sicher“ oder „wenn ich andere immer klein halte, dann kann mir niemand meinen Platz streitig machen“).

Diese glückversprechenden Überzeugungen und Strategien stützen dann die künstlich erzeugte Identität (das Ego), verursachen aber immer wieder Enttäuschungen, Schmerz und Leid, weil ihr „Erfolg“ hochgradig von äußeren Umständen abhängig ist.

Können die zwanghaften Bedürfnisse einmal nicht befriedigt werden, kommen deren „Schatten“ wie z.B. das Gefühl von Einsamkeit, Angst vor Verlust oder Wut zum Vorschein, die das ich-gebundene Bewusstsein als äußerst unangenehm empfindet. In Folge dessen werden innere Widerstände dagegen aufgebaut, die in der Regel zwanghaft ausgelebt  oder verdrängt werden, was wiederum die Empfindung von innerer Leere, Existenzangst und Mangel noch mehr verstärkt. Das führt dazu, dass das „Ego-Ich“ einen neuen Anlauf nimmt, um seine zwanghaften Bedürfnisse wieder zu befriedigen.

Ein Leben aus dem „Ego-Ich“ heraus, ist gleichbedeutend mit der permanenten Jagd nach Energiequellen im Außen. Es bedeutet ein Getriebener zu sein (im wahrsten Sinne des Wortes ein „Energievampir“), der ständig den „Kick“ der Befriedigung seiner zwanghaften Bedürfnisse sucht und deshalb immer wieder gewillt ist die äußeren Umstände zu seinen Gunsten zu verändern.

Dies ist der "Teufelskreis" in dem sich die Menschheit derzeit befindet. Die beschriebenen Abläufe betreffen aber nicht nur einzelne Menschen, sondern das menschliche Kollektiv, weswegen wir diese „Matrix“ auch als etwas Vertrautes wahrnehmen und einen gewissen „Halt“ darin finden. Sehr brüchig, sehr instabil zwar, aber immerhin gibt uns das Vertraute wenigstens ein wenig Orientierung. Das hat aber weniger mit einem „Leben“ zu tun, sondern viel mehr mit einem „Überleben“.

Was würde mit einer Biene passieren, die den Kontakt zur Schwarmintelligenz des Bienenvolkes verliert, dem sie angehört? Sie würde zu einer orientierungslosen Biene werden. Und was wären viele orientierungslose Bienen, die sich zusammen tun? Richtig. Eine Gruppe orientierungsloser Bienen. Das spiegelt in etwa unser menschliches Kollektiv wider.

Dieses "Eigenleben" des ich-gebundenen Bewusstseins ist ganz und gar nicht im Einklang mit dem Willen des EINEN, ganzheitlichen Lebens, was auch das ganze Chaos auf der Welt deutlich sichtbar macht und es spiegelt das verzerrte Verständnis über das Leben wider, das aus der begrenzten Ego-Perspektive heraus entstanden ist.

Statt die Entscheidungen aus dem kosmischen „Schwarmbewusstsein“ heraus zu treffen, haben wir den Verstand, der nur als hilfreicher Diener des Überbewusstseins gedacht war, zu unserem „König“ gemacht, aus dem heraus wir tagtäglich entscheiden. Und dieser orientiert sich grundsätzlich nach unseren Zu- und Abneigungen …

Halten wir uns aufgrund unserer Selbstvergessenheit für getrennte Wesen, die einen vom Kosmos unabhängigenSpiegel in der Aussenwelt Willen haben, nehmen wir unsere persönlichen Erfahrungen, hinsichtlich dessen was wir als „gut“ und was wir als „schlecht“ empfinden, als Maßstab für unsere subjektive Sichtweise in Bezug auf alles und jeden. Und weil wir die natürliche, innere Einheit nicht mehr wahrnehmen können, versuchen wir, als Ersatz, eine künstliche Einheit entsprechend unserer subjektiven Sichtweise im Außen herzustellen. Das führt dazu, dass wir anfangen Situationen fehl zu interpretieren, andere Menschen abzustempeln und zu verurteilen, zu erwarten wie andere zu denken und sich zu verhalten haben usw.

Und wenn die Reaktionen anderer Menschen dann nicht unserem Maßstab entsprechen, dann nehmen wir sie persönlich, fühlen uns angegriffen oder verletzt. Konflikte sind da vorprogrammiert, denn nicht nur wir versuchen andere Menschen zu verbiegen, sondern auch andere uns. Nicht nur wir fühlen uns angegriffen oder verletzt, wenn es uns nicht gelingt andere in unsere subjektive „Schablone“ zu pressen, sondern auch andere Menschen nehmen es persönlich, wenn wir uns nicht ihrer Vorstellung entsprechend verhalten …

Dieses verzerrte Verständnis des Lebens, führt dazu, uns selbst und anderen Lebewesen Leid zuzufügen und hält uns in der Illusion, ein von unserem Umfeld getrenntes Lebewesen zu sein, gefangen.

Damit wir aber ein unverzerrtes Verständnis des Lebens entwickeln können, um unsere ursprüngliche kosmische Intelligenz wiedererlangen zu können, müssen wir zuerst BEWUSST SEIN, müssen wir unser Bewusstsein wieder mit dem Überbewusstsein verbinden.

Dazu ist es notwendig, einen Abstand zu unserem "Ich" herzustellen, mit all seinem Denken, Fühlen und Handeln und dadurch eine Rück-Verlagerung unseres Wahrnehmungszentrums zu bewirken, aus dem persönlichen "Ich" hinaus auf die Seinsebene unseres innersten Selbst (Seelenebene, Quantenfeld), auf der wir mit allem was ist verbunden sind.

Sobald wir so tief in unser Inneres tauchen, dass wir unseren Verstand überschreiten, finden wir wieder unsere ursprüngliche Beständigkeit, inmitten des ständigen Wandels der äußeren Welt, nach der wir uns schon so lange sehnen.

Wir ruhen dann wieder in unserer Mitte, in unserem innersten Selbst, welches transpersonal ist und das wir mit allen Lebewesen teilen. Aus dieser Perspektive heraus Namasteerkennen wir, wer wir wirklich sind, nämlich göttliche Wesen mit einem kosmischen Willen und einem individuellen Geist, unserem „Ich“, das unsere Schöpfung ist. Dann erst wissen wir was wir durch dieses „Ich“ wirklich erfahren wollen, was die wahre Berufung unseres „Ich“ ist, warum wir überhaupt hier sind.

Und obwohl wir alle in Wahrheit ein und denselben Willen haben, kommt dieser doch so vielfältig zum Ausdruck, wie es Lebewesen gibt. Denn jedes Wesen wurde im Laufe vieler Jahrtausende und durch unterschiedlichste Erfahrungen zu dem geformt, was es heute ist. Jedes Lebewesen  ist absolut einzigartig in Bezug auf seine Eigenschaften, seinen Geschmack, seine Möglichkeiten und Fähigkeiten. In der Tat gleicht im gesamten Universum keine einzige Form exakt einer anderen.

In der lebendigen Stille des transpersonalen Selbst erfahren wir uns als Einheit in der Vielfalt, erleben wir die ganze Schönheit des Lebens und entfalten unsere potentiellen Qualitäten, wie glasklares visionäres Denken, Unterscheidungsfähigkeit, Mitgefühl, Gelassenheit, Einfühlungsvermögen, Selbstwertgefühl und grundlose Lebensfreude, die uns innerlich erfüllen und die bisher hinter der Fassade unserer Persönlichkeit verborgen waren.

Auf diese Weise werden wir zu bewussten Schöpfern unseres individuellen Lebens.

Und weil die innere Erfüllung unabhängig von äußeren Bedingungen ist, gewinnt auch unser individuelles Leben, trotz der ständigen Wandlung, an innerer Stabilität und Selbstbestimmung, aus der heraus wir auch die objektive Welt um uns herum mehr genießen können, weil wir nichts mehr zwanghaft festhalten müssen.